Diese Zeilen habe ich vor vielen Jahren
von einem Wanderfreund in Lappland bekommen:

PROLOG

„Die Jugend ist nicht ein Abschnitt des Lebens,
sie ist ein Zustand der Seele,
der in einer bestimmten Form des Willens besteht,
in einer Bereitschaft zur Phantasie,
in einer gefühlsmässigen Kraft;
im Obsiegen des Mutes über die Zaghaftigkeit
und der Abenteuerlust über die Liebe zur Bequemlichkeit.
Man wird nicht alt wegen der einfachen Tatsache,
dass man eine bestimmte Zahl von Jahren gelebt hat,
sondern nur, wenn man sein eigenes Ideal aufgibt.
Wenn die Jahre ihre Spuren auf den Körper zeichnen,
so zeichnet der Verzicht auf die Begeisterung sie auf die Seele.
       
Der Abscheu, der Zweifel, das Fehlen von Sicherheit,
die Furcht und das Misstrauen sind lange Jahre,
die das Haupt beugen und den Geist zum Tode führen.
Jung sein bedeutet, mit sechzig oder siebzig Jahren
die Liebe zum Wunderbaren bewahren,
das Erstaunen für die leuchtenden Dinge
und die strahlenden Gedanken;
den kühnen Glauben, den man den Ereignissen entgegenbringt,
den unstillbaren Wunsch des Kindes für alles, was neu ist,
den Sinn für die angenehme und fröhliche Seite des Daseins.
       
Ihr werdet so lange jung sein, wie euer Herz
die Botschaft der Schönheit, der Kühnheit
und des Mutes aufnehmen wird;
die Botschaft der Grösse und der Stärke,
die euch von der Welt,
von einem Menschen,
oder von der Unendlichkeit geschenkt werden.
Wenn alle Fasern eures Herzens zerrissen sein werden,
und wenn sich auf ihnen der Schnee des Pessimismus
und das Eis des Zynismus gehäuft haben werden,
erst dann werdet ihr alt sein,
und dann möge Gott sich eurer Seelen erbarmen.“

Diese zum Nachdenken anregende Zeilen
hat Marianne von einer Freundin bekommen:

Der Tod ist nichts

Ich bin nur auf die andere Seite übergegangen.
Ich bin ich und du bist du.
Was wir füreinander waren,
das sind wir immer noch füreinander.
Ruf mich mit dem Namen,
mit dem du mich immer gerufen hast.
Sprich zu mir, wie du immer
zu mir gesprochen hast.
Nimm keinen anderen Ton an,
nimm keine ernste oder traurige Miene an.
Lach weiter darüber,
worüber wir zusammen gelacht haben.
Bete, lache, denk an mich. Bete mit mir.
Mein Name soll im Hause weiter genannt werden
wie er immer genannt wurde,
ohne Emphase, ohne einen Schatten.
Das Leben bedeutet immer noch das,
was es immer bedeutet hat.
Das Leben ist immer noch, was es immer war.
Der Faden ist nicht durchgeschnitten.
Warum sollte ich nicht mehr in deinen Gedanken sein,
nur weil du mich nicht mehr siehst?
Nein, ich bin nicht weit, ich bin nur
auf der anderen Seite des Weges.
Siehst du, alles ist gut.
Du wirst dein Herz wiederfinden und du
wirst darin auch die Zärtlichkeit wiederfinden.
Augustinus

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