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Die Maginot-Linie Maginot "On ne passe pas -
Sie werden niemals durchkommen"

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Die Maginot-Linie in Wargames und in der Wirklichkeit
Ville Hurmalainen

Übersetzung aus dem Finnischen/Englischen (V.Hurmalainen/Hp.Buchegger)

Der Erste Weltkrieg, besonders die Schlacht von Verdun, hatte einen großen Effekt auf die zukünftige Geschichte. Eine Wiederholung von Verdun sollte niemals mehr geschehen. Die Deutschen führten die "Blitzkrieg"-Taktiken ein. In Frankreich nahm die Entwicklung eine andere Richtung. Unter der Führung von André Maginot, dem Kriegsminister, begannen man die größte Aufbauarbeit in Europa. Diese sollte eine permanente Markierung in den Seiten der Geschichte sein, die Frankreich vor jedem weiteren Krieg beschützen sollte.

Diese Linie wurde zweifellos eine permanente Markierung in der Geschichte. Aber bloß als erfolglose Eigenartigkeit, eine unbrauchbare Linie, die umgangen werden konnte. Die Maginot-Linie soll nicht nach den ursprünglichen Vorhaben beurteilt werden, das Unternehmen an sich war einfach viel zu ehrgeizig und alle Beteiligten erwarteten einfach zu viel von ihr. Nachdem das ganzes Geld ausgegeben war, gab es keine Mittel mehr für die Verteidigungslinien entlang der belgischen Grenze, und die französischen militärischen Führer hielten den Wald der Ardennen für undurchdringlich. Die Deutschen nutzten das aus und umgingen 1940 die Maginot-Linie wirklich durch den Wald.

In den Büchern und auch in den Simulationsspielen wird die Maginot-Linie häufig als eine ununterbrochene, massive und unwegsame Befestigungslinie beschrieben. Die schweren Geschützdrehköpfe, die unterirdischen Durchgänge, die Mannschaftskasernen mit Küchen und Krankenhäusern, die Munitionslager und sogar die Untergrundbahnen sind in der bekannten Literatur hinsichtlich erwähnt worden. Die Wirklichkeit war viel bescheidener und möglicherweise realistischer, als man erwarten konnte.

In den auf die strategischen Ebene ausgerichteten Wargames, zum Beispiel "Hitler's War" Avalon Hills, zeigen sie die Maginot-Linie als ununterbrochen und als schwierig zu zerstören. Die Annahme ist, dass der Feind mit der Eroberung Frankreichs nur fortfahren kann, wenn die Linie zerstört worden ist. Von der gleichen Situation geht auch das ältere Kriegspiel "France 40" Avalons aus, bei dem viel Artillerie, Infanterie und möglicherweise auch Fallschirmtruppen erforderlich sind, die Linie zu durchbrechen. Andererseits erwähnt "World in Flames" die Linie einfach mit der Regel: "Verteidiger Verdreifacht".

Die verstärkten Grenzen von Frankreich werden gut in "Fall of France" der GDW's Europa-Serie beschrieben. Hier wird gezeigt, daß die großen Werke, im Französischen "ouvrages" genannt, nur einen Teil der Linie befestigte. Der Rest ist "nur" mit herkömmlichen Bunkern, Gräben und Panzersperren verstärkt worden. Entgegen allgemeiner Annahmen war die gesamte Maginot-Linie keine ununterbrochene Linie schwerer Festungen.

In "Fall of France" vervierfachen die "ouvrages" der Maginot-Linie den Effekt der Verteidigung, Panzer ergeben keine Vorteil und ein Rückzug ist unnötig. Außerdem wird der Bereich starken Befestigungen nicht zerstört, wenn er vom Feind besetzt wird.

Wie korrespondiert dies nun mit der Wirklichkeit? Im Jahre 1940 gab es entlang der französisch-deutschen Grenze 22 große Werke (="ouvrages"), 35 kleine Werke (="petit ouvrages"), 300 Bunker und MG-Nester, 14 gepanzerte Beobachtungstürme und 70 gepanzerte Kasernen. Die Verteidigung basierte auf den Bunkern, die von der Infanterie besetzt wurden. An den wichtigsten Plätzen gab es alle 30 Kilometer starke Befestigungen oder die tatsächliche Maginot-Linie.

Maginot

Immerhof v.1991

Als Beispiele für einzelne Werke will ich Immerhof und Four á Chaux erwähnen, die ich selbst besucht habe. Das letztere, mit seinen Tunneln und Durchgängen tief im Untergrund und mit seinen Panzerkuppeln, ist ein typisches großes Werk. Die Untergrundbahn ist jedoch durch eine Hebewinde und von Hand betrieben Munitionsschienenwagen ersetzt worden.

"Four á Chaux" ist ein gutes Beispiel für das Ziel der Erbauer, daß die Besatzung zu schützen das wichtigste Endziel war. Die Kasernen sind in einer Entfernung von bis zu 500 Metern von den Artillerieblöcken angelegt, damit der Lärm der Schlacht nicht Ruhe der Besatzung stören würde. Die offensive Stärke der Anlagen ist nicht in Balance mit der defensiven Komponente, da das Werk nur über acht Kanonen verfügt, von denen sechs in drei Panzerkuppeln untergebracht sind. Daneben gibt es etwa zwanzig Maschinengewehrstellungen.

Die Verteidigung und der Schutz ist beinahe überdimensioniert, als ob sie geplant wurden, um ein enormes Bombardement wie in Verdun zu überstehen. Die Panzerkuppeln und die Vorderseite des Festungswerkes wurde verstärkt, um auch Volltreffer mit der 420mm Geschossen zu überstehen, selbst der Eingang des Werkes kann dem beschuss durch 160mm Waffen widerstehen. Die Tunnel innerhalb des Felsens könnten sogar den Einschlag einer kleiner Atombombe überstehen. Ein Teil der Linie ist in den fünfziger Jahren zum Schuzt gegen einen Atomkrieg wieder aufgebaut worden.

Die einzigen bemerkenswerten Schwächen waren die Verwundbarkeit der Beobachtungstürme und die unzulängliche Luftverteidigung. In der Tat gab es eine Flak-Batterie auf dem Dach des Werkes, damit konnten überraschende Luftangriffe und Fallschirmoperationen verhindert werden. Die Einnahme der Festung wäre nur mit Hilfe eines durch Artillerie und Luftunterstützung verstärktes Kommandounternehmen möglich gewesen. Aus diesem Grund hatten die Deutschen eine spezielle TAIFUN-Gruppe ausgebildet. Die Artillerie und die Luftwaffe hätten dabei die Beobachtungspunkte und die Kommandoposten blind gemacht. Nach den Plänen der TAIFUN-Gruppe wäre dann ein Loch in die Betonwand gesprengt und explosives Gas in die Festung geleitet worden. Die Explosion hätte das Werk schwer beschädigen und vor allem die Besatzung ausschalten sollen.

Selbst die Franzosen erwarteten nicht, dass die Linie unbesiegbar sei. Vielmehr rechneten sie, daß ein entschlossener Feind bis zu 3 Monate benötigten würde, um durch die Linie zu kommen. Wären die Festungen entlang der belgischen Grenze bis zur Küste fertiggestellt gewesen, hätten die Deutschen durch die Linie angreifen müssen. Dann wäre aller Voraussicht nach die deutsche Blitzkrieg-Strategie nicht aufgegangen und der Kampf um Frankreich hätte einen anderen Ausgang nehmen können. Es wäre zweifellos interessant, über diese "was-wäre-wenn"-Szenarien nachzudenken.


Übersetzung des Artikels veröffentlichte in der Zeitschrift "Insignia Imperatoria" 2/1991 unseres Vereins

Diese Übersetzung ist leider unvollständig und alle Korrekturen der Sprachfehler werden dankend entgegengenommen! Ihre Kommentare bitte hier!



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Updated October 31, 2002 Ville Hurmalainen

Ville

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