Vom Straßenfeger zum Sofatreff

Über die Beliebtheit des Krimis

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In: Stern vom 3.11.2006 Von Carsten Heidböhmer

Kaum eine Gattung sich im deutschen Fernsehen derart ungebrochener Beliebtheit wie der Krimi. in den Anfängen noch die Nation gemeinsam vor dem Bildschirm, haben sich inzwischen neue Rituale gebildet.

Wer am 3. Januar 1962 durch Deutschlands Straßen ist, musste sich an den vor noch gar nicht so langer Zeit beendeten Krieg erinnert gefühlt haben. Die Straßen waren wie leergefegt, kaum einer hielt sich im Freien auf. Doch die Menschen nicht etwa in dunklen Luftschutzkellern - sie saßen gebannt vor dem Bildschirm. An jenem Tag wurde in der ARD die erste Folge der Krimireihe "Das Halstuch" , die Verfilmung eines Romans von dem britischen Autor Francis Durbridge. Die sechsteilige Serie damals Einschaltquoten von bis zu 90 Prozent und den Begriff "Straßenfeger".

Dieser Erfolg gleichzeitig einen der größten Skandale in der Geschichte des Fernsehkrimis. Der Kabarettist Wolfgang Neuss hatte in einer Zeitungsanzeige vor Ausstrahlung der letzten Folge den Täter - um mehr Menschen zu seinem eigenen Film "Genosse Münchhausen" ins Kino zu locken. Daraufhin brach ein Sturm der Entrüstung los, die "Bild"-Zeitung Neuss gar als "Vaterlandsverräter": So ernst nahm man den Krimi in den 60er Jahren.

Seit 1958 sich das "Stahlnetz" in der ARD großer Beliebtheit. Bis 1968 insgesamt 22 Folgen, die jeweils auf realen Begebenheiten . Aus "Stahlnetz" ging schließlich 1970 der "Tatort" hervor - eine Serie, die bis heute beim Publikum hoch im Kurs und Sonntag für Sonntag von bis zu 10 Millionen Menschen wird.