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Einführung in "Das Bild der Anderen"


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Das Bild-Projekt

Dieses E-Mail-Projekt existiert schon jahrelang und wird von Anfängern im Deutschunterricht immer wieder gemacht. Leitmotiv dabei ist, dass die Schüler eine Vorstellung vom neuen Briefpartner haben - sei es vom blonden Dänen oder vom Holländer auf Holzschuhen oder vom Finnen in der Sauna - , die sich während der Korrespondenz verschiebt oder gar verändert. Das Bild-Projekt ist in der Zusammenarbeit zwischen DeutschkollegInnen entstanden und entwickelt worden.

ESP - European Schools Project

Der Rahmen dieses Projektes ist das European Schools Project (ESP), das seit 1988 existiert. Das ESP zielt auf die Verbesserung des Unterrichts ab, indem es die Anwendung von elektronischer Kommunikation im Unterricht unterstützt. In einigen Dutzenden von angeschlossenen Ländern gibt es über 400 Schulen, die sich in dem Projekt beteiligen. Stützpunkte befinden sich u.a. an der Amsterdamer Universität und an Danmarks Lærerhøjskole. Der Koordinator vom ESP in Finnland ist Aarno Rönkä: E-Mail an Aarno Rönkä
Der Koordinator des Bild-Projektes in Finnland ist Ilpo Halonen.
Man kann sich für den Briefwechsel ganz einfach anmelden, indem man E-Mail an Ilpo Halonen schickt.

Musterbriefe

24.Oktober

Hallo!
Ich heiße Vibeke Nørgaard, und ich bin ein
Mädchen.
Ich wohne in Kopenhagen. Wo wohnst du und wie heisst du?
Ich bin 14 Jahre alt, und ich habe am 15. Januar Geburtstag.
Wie alt bist du?
Meine Schule heißt die Trørødschule, und ich
gehe in die 8.Klasse. Wie heißt deine Schule?
Ich bin 1.60 gross, und ich wiege 37.5 kg.
Ich habe blonde Haare und blaue Augen.
Wie siehst du aus?
Schreib bald!
Viele Grüße!
Vibeke

                          3. November
Liebe Vibeke!
Vielen Dank für deinen Brief!
Ich heiße Pertti Maasalo, und ich bin ein Junge.
Wir schreiben  zusammen dieses Jahr.
Ich wohne in Helsinki. Ich bin  auch 14 Jahre alt.
Ich habe am 19. April Geburtstag.
Meine Schule heißt Myyrmäki Oberstufe
in Vantaa, nicht weit von Helsinki.
Ich bin 1.58 m gross, und ich wiege 40 kg.
Ich habe graublaue Augen und braune Haare.
Tschüß!
Dein Pertti 

Warum email?


Mit einem Druck der Sendetaste gelangt die Post in Sekundenschnelle im Postfach der Partnerschule. Die Schrift ist immer leserlich, wie vom Drucker, auch wenn die eigene Handschrift eine Katastrophe ist. Man übt sich dabei in der Textverarbeitung und in der Informatik überhaupt. Ohne Aufforderung greifen die Schüler nach allerhand Hilfsmitteln, (Textverarbeitungsprogramme, elektronische Wörterbücher u.dgl) um möglichst tolle, fehlerfreie Briefe zu schicken. Ein email-Projekt entspricht durchaus den Anforderungen des Kurrikulums; u.a. die kommunikative Fähigkeit des Schülers wird gefördert, sie lernen zu lernen, erproben Kompensationsstrategien und arbeiten mit authentischen Materialien.

Anfängerunterricht mit email?


Kann man gleich losgehen? Die Antwort ist "Ja!". Schon seit 1989 haben die Klassen und Lehrer aus Dänemark und Holland im Rahmen von ESP es erfolgreich ausgeübt. Sobald die Schüler die ersten Sätze aud deutsch schreiben und lesen können, kann eine Korrespondenz gestartet werden.

Wichtige Voraussetzungen

  1. Deutsch muss für beide Partnerklassen eine Fremdsprache sein. Es klingt verlockend, mit Kindern, die Deutsch als Muttersprache haben, korrespondieren zu können, aber der Briefwechsel wird nicht lange halten - wenigstens nicht im Anfängerunterricht, wobei die Unterschiede in Sprachgewandtheit gravierend sind.
  2. Die Schüler sollten wenn mölglich im gleichen Alter sein.
  3. Die Klassen sollen am besten in der Zahl nicht zu unterschiedlich sein, damit nur wenige Schüler zwei Partner haben.
  4. Die LehrerInnen sollen sich gegenseitig auch - ud zwar zuvor - kennenlernen und allerhand Daten austauschen, damit beide bzw. alle eine gute Vorstellung voneinander und vom Projekt haben.

Wichtiges zu beachten!


Auf der Datenautobahn gibt es einige Verkehrsregeln, die man beachten soll:
  1. Man sollte den Empfang einer Nachricht oder aber vieler Schülerbriefe möglichst bald bestätigen ( wenn mal nichts zurückgemeldet wird weiß der Absender, daß etwas schiefgegangen ist).
  2. Man muß mit dem elektronischen Partner festlegen, wie man die deutschen Buchstaben mit Umlaut und das Eszett verschickt, denn email ist leider nur für Englisch entworfen worden (und die Schüler sollen ja unbedingt von Anfang an die richtigen Buchstaben schreiben) .
  3. Man sollte verabreden, welchen Grad der Perfektion man wünscht, wieviel oder aber welche Fehler passieren dürfen (100-prozentig fehlerfrei ist sicherlich im Anfängerunterricht nicht möglich, die Fehler dürfen aber der Kommunikation nicht zu sehr im Wege stehen). Gute Fahrt!

www


Heute ist es auch schon möglich, auch Bild und Ton im Brief als Attachment mitzuschicken. Es gibt mehr und mehr Schulen, die in www, in dem weltweiten Computernetz, ihre eigene Heimseite (homepage) haben, so dass jeder beliebige Auskünfte über die Schule und ihre Schüler besichtigen und einholen kann. Auf diese Weise präsentieren die Schüler zum Beispiel ihre elektronische Schulzeitung, in der gewisse Namen oder Begriffe clickable sind; wer etwas Näheres wissen möchte, kann auf markierte Stellen auf dem Bildschirm drücken und bekommt dann etwa einen Aufsatz, eine Darstellung von Meßdaten oder eine Videoaufzeichnung von der letzten Schultheateraufführung.
Für den Fremdsprachenunterricht bietet sich so die Gelegenheit, Themen anderer Fächer anzubohren, die in der Zielsprache vorhanden oder aber abrufbar sind; die Schüler werden somit ein richtiges Informationsbedürfnis haben, das nur mittels der Fremdsprache gelöst werden kann.
WWW-Seiten von Finnischen Schulen findet man am meisten in Freenet Finnland

WWW-Formulare

Wenn man sich dazu entschlossen hat, mit einer Klasse ein Bild-Projekt zu machen, kann man 1) ein Formular durch Clicken bei der www-Formular-Seite des Projektes im Freenet ausfüllen und es an den finnischen Koordinator senden oder 2) einen email-Brief an den finnischen Koordinator schicken. Formulare kann man auch mit dem Browser auf die eigene Hard Disk speichern, und später im eigenen Briefwechsel benutzen.

Adressen

:


Dieses html-Dokument wurde hauptsächlich aus dem Artikel von Lone Hagen, Thomas Peters und Annie Ring Knudsen zusammengefasst, der in der Zeitschrift Fremdsprache Deutsch, Sonderheft 13, Utrecht Holland, 1995 veröffentlicht ist.

Ende des Dokuments. Vielen Dank fürs Interesse!

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